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Herzlich willkommen auf den Internetseiten der Arbeitsloseninitiative Gießen e. V.

Seit 1986 ist die Arbeitsloseninitiative Gießen e.V. ein eingetragener gemeinnütziger Verein und eine feste Anlaufstelle für alle Erwerbslosen, die Rat und Hilfe suchen. Im Verein engagieren sich Vertreter/innen von Kirchen und Gewerkschaften gemeinsam mit Betroffenen.

Erwerbslosigkeit kann heute jeden treffen. Zu uns kommen Menschen aus allen Bevölkerungsschichten auf der Suche nach neuen Perspektiven oder Beteiligungsmöglichkeiten.

Unser Anliegen ist es, mit jeder/m an seiner/ihrer "Zukunftsperspektive Arbeit" zu bauen - unter Berücksichtigung der individuellen und gesellschaftlichen Situation (z.B. Gender, Migration, Familiensituation, Alter). Hierzu bieten wir individuelle Beratung, Qualifizierungsprojekte und Unterstützung bei Bewerbungen.

Wir bieten Raum und Möglichkeiten, die Situation der Arbeitslosigkeit sinnvoll zu überbrücken. Unsere Angebote und Projekte bringen Menschen aus verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen zusammen. Sie bieten Möglichkeiten zu Begegnung, Austausch und gegenseitiger Unterstützung. Im Rahmen von Kultur- und Projektarbeit können Erwerbslose ihre Fähigkeiten einsetzen und ihre Anliegen an die Öffentlichkeit bringen.

Aktuelle Neuigkeiten:

Neue Öffnungszeiten ab 30. Januar 2012
Ab 30. Januar gelten für einige Projekte geänderte Öffnungszeiten:
Bürozeiten
Mo - Mi, Fr 10:00 - 14:00 Uhr, Do 12:00 - 14:00 Uhr
Beratung
nach Terminabsprache
Café
Mo + Do 10:00 bis 13:00 Uhr Café u. Brunch
Di Selbsthilfewerkstatt 10:00 bis 14:00 Uhr
Mi Atelier 10:00 bis 14:00 Uhr - Café 11:00 bis 15:00 Uhr im Café Amélie
Fr 10:00 bis 12:30 Uhr Café
Stellenbörse / PC-Nutzung
Mo 12:30 - 15:00 Uhr (freies Arbeiten)
Di und Mi 10:00 - 12:30 Uhr (mit Begleitung)
Fr 12:30 - 14:30 Uhr (PC-Einstieg)
Flyer zum Download
Gruppe aus dem Qualifizierungsprojekt präsentiert Skulpturen


Qualifizierungsprojekt für ALG-II-Empfänger/innen in der ALI - ab Februar 2012 wieder Plätze frei
Seit Januar 2010 bietet die ALI unter dem Titel "Begegnung und Netzwerke" ein Qualifizierungs- und Begegnungsprojekt für Erwerbslose an. Im Projekt können 12 Teilnehmer/innen mit ALG-II-Bezug über 6 Monate hinweg im Rahmen eines normalen Arbeitsalltags verschiedene Arbeitsbereiche und Kooperationspartner kennen lernen. Durch die Zusammenarbeit mit anderen gesellschaftlichen Gruppen können Kontakte geknüpft und Perspektiven erweitert werden. Beispiele aus der bisherigen Arbeit sind: Malkationen mit einer Kindergruppe, Drehen eines Filems für das Filmfestival "Globale", Mitarbeit im Café, Dekorationen für gemeinnützige Einrichtungen, Puppentheater, Aufarbeitung von Kleidungsstücken für den Umsonstladen, Begleitung von Selbsthilfewerkstätten und PC-Einstieg, künstlerisches Atelier und vieles mehr. Dabei arbeiten die Teilnehmer/innen in Bereichen mit, in denen Angebote für andere Arbeitslose, sozial Schwache, gemeinnützige Vereine und Gruppen realisiert und geschaffen werden. Mehr...

Logo Nordstadtbüro


Das Nordstadtzentrum stellt seine Angebote vor - Mittwoch 25.1.12 im ALI-Café

Am Mittwoch, 25. Januar ab 10:30 Uhr stellen Mitarbeiter­innen des Nordstadtzentrums im ALI Café ihre Angebote vor.
So gibt es dort zum Beispiel täglich einen günstigen warmen Mittagstisch, Café und Kreativangebote sowie eine Bibliothek. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen dabei zu sein und gemeinsam Ideen auszutauschen.

 


Scheckuegergabe im Polizeipräsidium

Adventskonzert des Polizeiorchesters erbrachte 1.000 Euro für Arbeitsloseninitiative
Das Adventskonzert des Polizeipräsidiums Mittelhessen und der katholischen Polizeiseelsorge ist zwischenzeitlich zu einem festen gesellschaftlichen Ereignis zum Beginn der Adventszeit in Gießen und Umgebung geworden. Seit Beginn findet es in der St. Thomas-Morus-Kirche statt. Jedes Jahr werden dabei Spenden für besonders bedürftige Personenkreise und gemeinnützige Organisationen gesammelt - in diesem Jahr ging der Betrag an die Arbeitsloseninitiative. Der Betrag kommt insbesondere den offenen Angeboten, Café, Selbsthilfeprojekten und zusätzlichen Beratungen zu Gute, für die die ALI keine Regelfinanzierung hat.

„Wir freuen uns, mit unserer Kirche für dieses Konzert und die zahlreichen Besucher den Rahmen und Raum zu bieten und damit auch einen Beitrag leisten zu können für die jeweiligen Spendenempfänger“, freut sich Pfarrer Matthias Schmid. Den Scheck über 1.000 Euro konnten Polizeipräsident Manfred Schweizer und Pfarrer Matthias Schmid am 13.12. der Arbeitsloseninitiative Gießen e.V. überreichen. Wir danken der Polizei, der Thomas Morus Gemeinde, allen Mitwirkenden - dem Landespolizeiorchester Hessen, dem Männerchor „Sängerkranz 1876 Watzenborn-Steinberg“ und der Gruppe „Vocale Sängerkranz“ sowie der Solistin Nora Schmidt - und allen Spender/innen an dieser Stelle ganz herzlich für diese für uns so wichtige Unterstützung.



Gesetzlicher Pfändungsschutz von Sozialleistungen fällt weg - Pfändungsschutzkonto noch 2011 einrichten!
Der bisherige 14-tägige gesetzliche Pfändungsschutz von Sozialleistungen fällt zum Jahreswechsel weg.Die Bundesagentur für Arbeit rät daher von Kontenpfändung betroffenen Kunden, bestehende Konten schnellstmöglich in ein sogenanntes Pfändungsschutzkonto umzuwandeln. Durch eine Umwandlung wird automatisch ein Grundfreibetrag in Höhe von 1.028,89 Euro geschützt. Wird das Konto nicht rechtzeitig in ein Pfändungsschutzkonto umgewandelt, besteht für Leistungsbezieher die Gefahr, dass zum Jahresanfang nicht über eingegangene Geldleistungen, wie zum Beispiel das Arbeitslosengeld I oder Arbeitslosengeld II, verfügt werden kann. Die Umwandlung in ein Pfändungsschutzkonto kann bei der kontoführenden Bank beantragt werden. Der persönliche Freibetrag kann unter Umständen auch höher ausfallen, wenn zum Beispiel der Kontoinhaber anderen Personen aufgrund gesetzlicher Verpflichtung Unterhalt gewährt, auf ein Konto für mehrere Personen Leistungen aus der Grundsicherung überwiesen werden oder wenn auf dem Konto Kindergeld oder Kinderzuschlag eingehen. Dafür ist ein entsprechender Nachweis, zum Beispiel der Leistungsbescheid des zuständigen Jobcenters oder der Familienkasse erforderlich.


Gewinnsiegel des BMWiALI gewinnt mit Internetworkshops den dritten Preis beim Wettbewerb "Wege ins Netz 2011"
3 neue Workshops werden ab November angeboten

Internetkompetenz vermitteln und den Einstieg ins Netz erleichtern - das sind die Ziele für die das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie auch in 2011 den Wettbewerb „Wege ins Netz“ ausgeschrieben hat. Aus über 200 Projekten wurden am 6.9.2011 auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin 11 Preisträger ausgewählt. Mit ihrem Projekt „Sicherheit und Privatsphäre am PC und im Internet: Computerworkshops für Fortgeschrittene – ein Angebot für Erwerbslose aus Hessen“ kam die Arbeitsloseninitiative in der Kategorie "Kenntnisse vertiefen und erweitern: Internetnutzer weiterqualifizieren" auf den 3. Platz. (Bild: Copyright BMWi 2011)
Preisverleihung Wettbewerb Wege ins Netz, Copyright BMWi Die Workshops wurden in Zusammenarbeit mit dem Zentrum Gesellschaftliche Verantwortung der Evangelischen Kirche von Hessen und Nassau angeboten und von Martina Bodenmüller und Gerd Wilhelm konzipiert und angeleitet. Erwerbslose aus Hessen hatten hier die Möglichkeit, sich mit Themen rund um die PC- und Internetsicherheit zu beschäftigen. Betrugs-Emails, Virenschutz, sicheres Surfen, Datenschutz und Verschlüsselung waren nur einige der vielen Themen, die an diesen Tagen bearbeitet wurden. Für Erwerbslose, die wenig Geld zur Verfügung haben, gibt es vergleichbare Angebote kaum. Dabei sind sicheres Surfen und Schutz vor Betrug und „Abzocke“ für sie ein wichtiges Thema. Denn wer mit Hartz IV auskommen muss, kann sich kaum einen teuren Fachmann leisten oder durch unbeabsichtigte Bestellungen entstandene Schulden bezahlen.
Da die Workshops auf große Resonanz stießen, werden am 18.11. 2011, 20.1.2012 und 6.3.2012 drei weitere Workhops angeboten. Die Workshops richten sich an Fortgeschrittene. Weitere Informationen finden Sie bei netzkompetenz.gi-it.de. Auf dem hierfür neu eingerichteten Internetportal können Sie sich für die Workshops anmelden und Materialien herunterladen. Seminarteilnehmer/innen können im Nachhinein Fragen stellen.
Download: Projektflyer 2011 / 2012 mit den aktuellen Workshops

Weitere Informationen: Projektflyer 2010 zum Download
Informationen des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie
zum Wettbewerb, zur Preisverleihung und Broschüre (pdf) des Bundeswirtschaftsministeriums mit Beschreibung der nominierten Projekte.


Installation "Das Leben ist bunt""Das Leben ist bunt" - aktuelle Ausstellung des neuen Kunst-Kooperationsprojektes vor dem DGB-Haus
Ein 2 m hoher schwarz-weißer Quader steht zur Zeit vor dem DGB-Haus. Darauf ist in verschiedenen Sprachen zu lesen: "das Leben ist bunt". Was sich dahinter verbirgt, ist erst beim näheren Hinsehen zu entdecken. Denn in den Holzplatten sind "Gucklöcher", die einen Blick in das bunte Innere zulassen.
Unter dem Motto "Kunst-Spiel mit Musik" veranstaltete die Arbeitsloseninitiative im Rahmen des Kunstspektakulums "Fluss mit Flair 2011" eine experimentelle Aktion, bei der Künstler/innen und Musiker/innen spielerisch miteinander in Kontakt kamen. Zum musikalischen Spiel von Eric Müller, Stefan Ecker und Joachim Michelmann malten und gestalteten große und kleine Künstler/innen eineinhalb Stunden lang auf 4 großen Holzplatten.
Aus dem hier entstandenen Werk erarbeitete eine Gruppe Erwerbsloser in der Arbeitsloseninitiative unter Leitung von Kunsttherapeutin Martina Bodenmüller eine Installation mit dem Titel "das Leben ist bunt": Schwarz-Weiß-Denken und das Einteilen in "Gut" oder "Schlecht" verhindern oft den Blick auf die Vielfalt der Möglichkeiten, Potentiale und Wege - sowohl für die berufliche Laufbahn als auch für Kontakt und Kommunikation. Die Installation will dazu auffordern, hinter diesen Kulissen das bunte Leben zu endecken, die vielfältigen Aspekte des Miteinanders. Denn auch in Bezug auf die Wege aus der Arbeitslosigkeit gilt es, dieses Schwarz-Weiß-Denken abzulegen und viel mehr bunte Möglichkeiten und Chancen jenseits der geradlinigen Wege zu eröffnen.
Möglich wurde die Aktion durch die Förderung der Stiftung Anstoß, über die wir Ausstattungsgegenstände und Werkzeug für eine mobile Werkstatt anschaffen konnten. Nur dadurch konnte das öffentliche Malen und anschließende handwerkliche Weiterbearbeiten der Platten erfolgen. Darüber hinaus wurden im Rahmen des Kunstspektakulums durch die Projektgruppe aus Sponsorengeldern Materialkosten übernommen. Wir danken beiden Förderern ganz herzlich für ihren finanziellen Beitrag zu dieser Aktion. Weitere Bilder vom Projekt...

 

Haus der SolidaritätErwerbslose aus Hessen bauen das Haus der Solidarität: aktuelle Ausstellung in Darmstadt und Präsentation im Internet
Gemeinsam zum Ziel! - Wie gelingen Zusammenarbeit und Solidarität? Unter diesem Thema kamen vom 30.8. bis 2.9.2011 zwanzig Erwerbslose aus ganz Hessen zum Kultur- und Kreativseminar für Erwerbslose zusammen, das vom Zentrum Gesellschaftliche Verantwortung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau in Kooperation mit der Evangelischen Kirche Kurhessen-Waldeck und der Katholischen Betriebsseelsorge im Bistum Mainz veranstaltet wurde. Was bedeutet Solidarität und Zusammenarbeit für jeden einzelnen? Was behindert Zusammenhalt und Solidarität? Hierzu sammelten die Teilnehmer/innen zunächst in Arbeitsgruppen verschiedene Aspekte, die in der Gruppe ausgewertet wurden . Anschließend wurde die Idee, ein Haus mit bunten Dachschindeln zu bauen konkretisiert. Es bildeten sich drei Arbeitsgruppen, die die Idee an 3 Tagen umsetzten und verwirklichten. An der Aufführung und der damit verbundenen Theaterpräsentation nahm eine Gruppe Erwerbsloser aus der Arbeitsloseninitiative teil.
Präsentation und Text im Netz.


REichtumsuhrDie Reichtumsuhr zu Gast in Gießen - bis 15. Oktober im DGB Haus zu besichtigen

Die Reichturmsuhr versteht sich explizit als politischer Gegenentwurf zur Schuldenuhr des »Bundes der Steuerzahler« und ist im Oktober im Foyer des DGB-Hauses in Mittelhessen zu sehen. Von außen kann man jederzeit verfolgen, wie rasant sich der Reichtum der Wohlhabenden weiterentwickelt, und welch geringen Anteil die ärmsten der Bevölkerung daran haben.

ver.di und DGB wollen mit der Schuldenuhr deutlich machen wie groß der Reichtum in Deutschland ist. Allerdings sind die Vermögen in Deutschland extrem ungleich verteilt, und diese Ungleichverteilung hat zwischen 2002 und 2007 stark zugenommen. Die reichsten zehn Prozent der Bevölkerung verfügen über mehr als 60 Prozent des Gesamtvermögens und das reichste eine Prozent besitzen allein knapp 23 Prozent. Im Gegensatz dazu sind die ärmsten zehn Prozent verschuldet. Rund zwei Drittel aller Erwachsenen weisen kein oder nur ein sehr geringes individuelles Nettovermögen auf. Die Schere zwischen Arm und Reich geht immer weiter auseinander. Der Niedriglohnsektor wächst, die Reallöhne fallen und die Armutsgefährdung steigt, während hohe Einkommen und Vermögen wachsen. Die öffentliche Hand verschenkt durch den Verzicht auf eine angemessene Besteuerung hoher Vermögen erhebliche Einnahmen – Geld, das zum Abbau der Verschuldung und für wichtige Aufgaben fehlt, zum Beispiel im Bereich Erziehung und Bildung, der öffentlichen Infrastruktur oder im Bereich der erneuerbaren Energien fehlt. Der Anteil der vermögensbezogenen Steuern (Erbschaftssteuer, Vermögensteuer usw.) am Bruttoinlandsprodukt liegt bei unter einem Prozent. Damit ist er nur etwa halb so hoch wie im Durchschnitt der OECD-Länder. Eine moderate Vermögensteuer mit einem Freibetrag in Höhe von 500.000 Euro und einem Vermögenssteuersatz von einem Prozent würde Einnahmen von jährlich 20 Milliarden Euro einbringen. Wenn zudem das Erbschaftssteueraufkommen durch Besteuerung besonders hoher Erbschaften gesteigert würde, könnten weitere 6 Milliarden Euro für die öffentliche Hand mobilisiert werden.Mehr dazu: Die Reichtumsuhr am 15.10.2011 in der Gießener Kirchenplatz


Erwerbslose im Hanflabyrinth Erwerbslose informieren sich beim Hanf-Labyrinth über Klimawandel
15 interessierte Erwerbslose aus der Arbeitsloseninitiative besuchten am Freitag, den 30.09.11 das Projekt "Hanflabyrinth" in Kirchvers. Das Projekt "Mission Possible" des Vereins motivés ist ein Hanffeld, in dem ein eine-Welt-Klima-Parcours aufgebaut ist. Die Teilnehmer/innen hatten sich vorher unter Anleitung von Amir Motearefi mit dem Thema Klimawandel beschäftigt. Im Rahmen einer kompetenten Führung wurden Wert und Eigenschaften des Nutzhanfs dargelegt und seine Bedeutung für nachhaltiges weltweites Wirtschaften erklärt. Der Gang durch das Labyrinth ist gespickt mit Informationstafeln die als interaktive Stationen installiert wurden. Eine interessante Bereicherung, so die Aussagen vieler Teilnehmer/innen. Aufgrund der hier erhaltenen Informationen haben die TN begonnen das Thema in all seinen Facetten zu recherchieren und eigene Vorträge zu halten.
Weiterführende Infos: http://www.klimaparcours.de



Theaterstück von Erwerbslosen beim Jubiläum
25 Jahre Einsatz für Demokratie und Menschenrechte - Rückblick auf das ALI Jubiläum am 15. September 2011
An einem runden Geburtstag gibt es normalerweise Festreden, Gratulationen, Rückblicke. So war es auch, als die Gießener Arbeitsloseninitiative (ALI) ihr 25-jähriges Bestehen feierte. Doch bei allen Wortbeiträgen schwangen auch ambivalente Gefühle mit. Dies verdeutlichte gleich zu Beginn Richard Kunkel. »Wir gehören zu den Vereinen, bei denen es besser wäre, wenn man sie nicht bräuchte«, sagte der ALI-Vorsitzende. Dass die 1986 gegründete Initiative immer noch mehr als notwendig ist, beweist die langanhaltend hohe Zahl der Langzeitarbeitslosen. Kunkel zählte die vielen Aktivitäten von Qualifizierungsangeboten in Kooperation mit dem Jobcenter bis zu Selbsthilfeprojekten auf, mit denen die Arbeitsloseninitiative Menschen ohne Job und mit geringem Einkommen unterstützt.

Auch OB Dietlind Grabe-Bolz erinnerte an die Entstehung der ALI, die seinerzeit getragen worden sei von dem Grundgedanken einer solidarischen Gemeinschaft, »in der man sich gegenseitig unterstützt«. Weil man sich nicht an Arbeitslosigkeit gewöhnen oder sich damit arrangieren dürfe und weil hinter Zahlen und Statistiken immer auch Menschen stünden, werde die ALI »so lange bestehen bleiben wie sie gebraucht wird«. »Bei der Arbeitsloseninitiative steht der Mensch im Mittelpunkt« unterstrich auch Anita Schneider. Jeder, so die Landrätin, sollte eine Chance auf eine Ausbildungsstelle, auf Qualifizierung und auf einen Arbeitsplatz haben.

Festredner Prof. Franz Segbers, Armutsforscher aus Marburg´, hielt es für »nicht alltäglich, dass eine solche Institution 25 Jahre lang durchhält.« Der Professor für Sozialethik machte im Konzertsaal des Rathauses „eine verfehlte und falsche neoliberale Ideologie" für die Wirtschafts- und Finanzmarktkrise, die Krise des Sozialstaates und die Arbeitslosigkeit verantwortlich.Mit Zitaten aus der 1946 formulierten Hessischen Verfassung machte Segbers deutlich, „welche Welt wir nach dem Krieg verloren haben". Schon vor der Finanzkrise seien die Armen und die Arbeitslosen „die ersten Opfer der falschen katastrophalen Wirtschaftspolitik" geworden. „Die Arbeit des Menschen geriet in die Mühlsteine der Kapitalinteressen." Für den Festredner ist Arbeitslosigkeit „eine Verletzung der Menschenrechte und ein Anschlag auf die Würde des Menschen". Scharfe Kritik übte Segbers an Hartz IV als „Ausdruck eines geänderten Menschenbildes". Im Sozialgesetzbuch (SGB) II zähle der Bürger „nur als Arbeitsbürger". Die neuen Formen der Arbeit seien Minijobs, Midijobs, Leiharbeit, befristete Beschäftigung, Ein-Euro-Jobs und Bürgerarbeit. Mit Blick auf ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 9. Februar 2010 bezeichnete Segbers die Sozialhilfe als ein „unbedingtes Menschenrecht, das als soziokulturelles Existenzminimum nicht an eine Gegenleistung gebunden ist". Das Recht des Menschen auf Leben gehe jeder Pflicht zu einer Gegenleistung voraus. Deshalb sei „ein bedingungsloses repressionsfreies Grundeinkommen unabdingbar". Der Gastredner dankte der Arbeitsloseninitiative Gießen für ihren „Dienst an der Demokratie und Ihren Beitrag für die Achtung der Menschenrechte in diesem Land.

Mit massiven Vorurteilen gegen Leute ohne Arbeit räumte ein von Ali-Mitgliedern vorbereiteter Sketch auf, in dem „Frau Besserwisserin" einigen Betroffenen beißend-satirische Fragen für das „Assi-TV" stellte. Mit viel Beifall wurden die musikalischen Beiträge der von Dr. Ulli Eskens geleiteten Klezmer-Gruppe „Die Shpielrattzen" bedacht.



Sparkassen-Stiftung ermöglicht Modernisierung des PC-Raumes

Die Arbeitsloseninitiative Gießen verfügt seit kurzem über ein modernisiertes Computersystem in ihrem PC-Raum im DGB-Haus. Möglich wurde die Anschaffung von neun neuen Monitoren sowie drei Computern durch die gemeinnützige Stiftung der Sparkasse Gießen. Um den Server wieder auf den neuesten Stand der Technik zu bringen, mussten zudem IT-Komponenten ausgetauscht werden. In einer kleinen Feierstunde übergaben der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Gießen und Geschäftsführer der gemeinnützigen Stiftung, Wolfgang Bergenthum, sowie die Gießener Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz das neue Inventar im Wert von 5000 Euro symbolisch an den Vorsitzenden der Arbeitsloseninitiative, Betriebsseelsorger Richard Kunkel.

Mit den über 600 Nutzer und fortlaufenden notwendigen Programmaktualisierungen waren die veralteten Rechner weit mehr als ausgelastet. Das gesamte System war so langsam geworden, dass sinnvolles Arbeiten nicht mehr möglich war. Mithilfe der Sparkassenstiftung konnten die Technik modernisiert und die Speicherkapazität erweitert werden. Dass das verbesserte Angebot rege genutzt wird, zeigt sich an der erhöhten Zahl der Neuanmeldungen und täglichen Nutzungen. „Wir sind sehr froh, dass uns die Stiftung berücksichtigt hat. Das Angebot wird toll genutzt", so Kunkel. „Für uns ist es eine riesengroße Hilfe", betonte der Vorsitzende. Bergenthum lobte das Engagement der Mitglieder der Arbeitsloseninitiative. Die PCs können im Rahmen der Stellenbörse zu den dort angegebenen Zeiten von Arbeitslosen, Arbeitssuchenden und Menschen mit geringem Einkommen genutzt werden.

Kunst-Spiel mit Musik bei 6. Kunstspectaculum "Fluss mit Flair" in der Gießener Innenstadt

Unter dem Motto "Kunst-Spiel mit Musik" veranstaltete die Arbeitsloseninitiative eine experimentelle Aktion, bei der Künstler/innen und Musiker/innen spielerisch miteinander in Kontakt kamen. Zum musikalischen Spiel von Eric Müller, Stefan Ecker und Joachim Michelmann malten große und kleine Künstler/innen eineinhalb Stunden auf 4 großen Holzplatten. Aus dem hier entstandenen Werk soll eine Installation mit dem Titel "das Leben ist bunt" entstehen, die ca. ab September 2011 vor dem DGB-Haus ausgestellt wird. Darüber hinaus beteiligten sich Aktive und Ehrenamtliche aus der ALI auch an weiteren Aktionen zur Beteiligung des Spektakulums: so wurden in der ALI die Schilder für den Wieseck-Chor angefertigt, Ehrenamtliche beteiligten sich beim Auf- und Abbau und die ALI war wieder mit einem Stand präsent, bei dem künstlerische Werke präsentiert von Erwerbslosen präsentiert wurden.

 

Stein des Anstoßes am ersten Mai bemalt

Ein großer Stein der Anstoßes und viele kleine Steine haben am ersten Mai Farbe bekommen. Bei der Mitmach-Aktion am Stand der Arbeitsloseninitiative beteiligten sich über 30 Kinder und Erwachsene an der Gestaltung von kleinen und großen Steinen. Während die kleinen Steine als Dekoration oder Flyerbeschwerer für Infostände genutzt werden können, wird der große Stein als Blickfang demnächst auf der Grünfläche vor dem DGB-Haus Gießen ausgestellt werden. Möglich wird die Aktion insbesondere durch die Förderung der Stiftung Anstoß, die der Arbeitsloseninitiative in diesem Jahr einen Zuschuss für eine mobile Kunst- und Selbsthilfewerkstatt zukommen ließ. Für 2011 sind damit noch weitere kreative Aktionen außer Haus geplant. Darüber hinaus gestalteten Erwerbslose für den Stand am ersten Mai eine Informationswand zu den neuen Hartz-IV Sätzen. Auf der traditionellen Mai-Demonstration demonstrierten etwa 300 Menschen für faire Löhne, gute Arbeit und soziale Sicherheit.

 

Neue Öffnungszeiten

Ab 1. März haben wir einige Projektzeiten geändert. Das Café mit Brunch-Angebot ist montags und donnerstags von 10:00 bis 13:00 Uhr geöffnet. Auch in der Stellenbörse haben sich einige Zeiten geändert. Den Flyer mit den aktuellen Terminen finden Sie hier zum Download.



Dank an Stiftung Anstoss für Zuschuss zur mobilen Werkstatt

Wir bedanken uns bei der Stiftung Anstoss für die Förderung unseres Projektes "Mobile Kunst- und Selbsthilfewerkstatt". Am Freitag, den 11.2.2011 wurden durch die Stiftung die Zuwendungen für 2011 vergeben - das Projekt der ALI wird durch die Stiftung gefördert. Mit der mobilen Werkstatt kann die kreative Projektarbeit außerhalb der ALI erweitert werden. Aufgrund der überaus positiven Erfahrungen mit kreativen Projekten und Mitmachaktionen "außer Haus" möchte die ALI diese Projektarbeit gezielt ausbauen und auf weitere Bereiche anwenden. So sind für 2011 Beteiligungen an verschiedenen Events wie zum Beispiel dem 1. Mai oder Fluss mit Flair möglich. Dank der mobilen Werkstatt wird es hier nicht nur Infostände, sondern ein kreatives Angebot geben.

 

 


Weitere Meldungen im Archiv

Letzte Aktualisierung: Januar 2012