Kontakt -
Begegnung - Dialog
Ein Wand-Memory
für das DGB-Haus
In
einem sechs Monate andauernden Kreativprojekt der ALI beschäftigten
sich Erwerbslose im Jahr 2006 kreativ und inhaltlich mit dem Themenkreis
Begegnung, Dialog, Kontakt, Einsamkeit. Das Projekt, das unter der
Schirmherrschaft von Oberbürgermeister
Heinz-Peter Haumann steht, hat die Erfahrungen der Arbeitsloseninitiative
aufgegriffen, dass Erwerbslosigkeit oft auch Rückzug und Verlust
sozialer und persönlicher Beziehungen bedeutet. Angst vor Ausgrenzung,
Ablehnung, aber auch finanzielle Mangelsituationen erschweren das
Aufrechterhalten sozialer Kontakte. Aktuelle Entwicklungen (Hartz
IV, Wegfall Gießen Pass) verschärfen diese Situation. Im
Projekt wurden diese Themen aufgegriffen und persönliche Wege
und Möglichkeiten im Umgang gefunden. Vorhandene persönliche
Ressourcen konnten gestärkt werden.
In
verschiedenen Phasen wurde zuerst experimentell und spielerisch und
zu persönlichen Themen, später ergebnisorientiert gearbeitet.
Zunächst wurden jeden Mittwoch einzelne Kreativangebote zum Themenkreis
Begegnung, Kontakt, Beziehung, Einsamkeit veranstaltet. Dabei wurde
mit unterschiedlichen, oft spielerischen und experimentellen Methoden
gestalterisch gearbeitet. Aus der persönlichen kreativen Beschäftigung
entstanden Motive zum Thema, die mit Acrylfarbe auf quadratische Tafeln
gemalt wurden. Jeweils zwei Motive stehen miteinander in Bezug, so
dass sich das Gemeinschaftswerk als "Wand-Memory" präsentiert.
Aus den Motiven der Memory-Tafeln wurden Entwürfe für ein
Großbild gestaltet, die beim DGB-Wettbewerb für die Wandgestaltung
des neuen DGB-Hauses eingereicht wurden. Außerdem fanden zwei
Begegnungstage statt: die Teilnehmer/innen der ALI waren ein mal zu
Gast in der Tagesstätte für Menschen mit Behinderung der
EKHN, wo sie gemeinsam mit den Besucher/innen große Plakate
bemalten, außerdem wurde die Kindergruppe "Franz von Hahn
e.V." in die ALI eingeladen, um gemeinsam mit den Erwerbslosen
ebenfalls großflächige Gemeinschaftsbilder zu gestalten.
Das Projekt wurde angeleitet und begleitet von Martina
Bodenmüller, selbständige Diplom-Pädagogin und
Kunsttherapeutin aus Gießen.
Am
1. Mai 2006 wurden bereits die ersten Tafeln und Entwürfe in
einem Zelt auf dem Kirchenplatz ausgestellt. Eine Ausstellungseröffnung
mit allen fertigen Objekten fand am Freitag, den 14. Juli in den neuen
Räumen der Initiative statt. Seit November 2006 ist das Wand-Memory,
das im Rahmen des Projekts entstanden ist, im Übergangsrathaus
an der Südanlage 5 ausgestellt. Hier können die 26 Wandtafeln
zusammen mit Informationen über das Projekt werktags während
der Bürozeiten angesehen werden.
Für
das neu sanierte DGB-Haus gestaltet die Arbeitsloseninitiative Gießen
ein Wand-Memory aus 26 bemalten Holztafeln. Hintergrund ist, dass
die
gewerkschaftliche Immobiliengesellschaft VTG als Bauherr und die Mietergemeinschaft
des Gießener Gewerkschaftshauses sich bei der Renovierung und
Neugestaltung des Gebäudes für "Kunst am Bau"
entschieden
haben. Dabei wurde die künstlerische Gestaltung der Rückwand
des Foyers unter Non-Profit-Organisationen ausgeschrieben. Zusammen
mit der Kunstgruppe der Gießener Arbeitsloseninitiative wurden
11 Entwürfe eingereicht, von denen einer als Gemeinschaftsarbeit
realisiert
werden soll. Die Jury traf sich Anfang Februar, um ihre Arbeit aufzunehmen
und entschied sich für die Realisierung eines Wand-Memorys mit
neuen oder alten Motiven. Bei der
Erstellung des neuen Memorys können wieder neue Teilnehmer/innen
mitmachen und eigene Entwürfe verwirklichen. Auch Interessierte,
die sich zum ersten Mal an Farbe und Pinsel wagen, sind herzlich eingeladen,
mitzumachen und Neues dazuzulernen.
Zunächst
wird es um Motivsuche und Maltechniken gehen, bei den Folgeterminen
werden die Platten grundiert und anschließend entsprechend der
eigenen Entwürfe bemalt.
Neu:
Wand-Meomy als PC-Spiel hier spielen
Neu: Gästebuch zum Wand-Memory
und zum PC-Spiel
Weitere Informationen:
Ausstellungskatalog zum Download (pdf 4,7 MB)
Ankündigungsflyer
zum Download.
Aktuelle Informationen zur Kunst am Bau beim DGB
Mittelhessen.